Seite 17 - Valser Geschichten

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traten, sahen sie ringsum nur Schlamm, Schutt und Geröll. Hätten wir
nur den schwarzen Wassermann angeredet, so wäre dies alles nicht
geschehen, klagten die Bauersleute. Seither hat man den schwarzen
Wassermann in Peil nicht mehr gesehen.
Wo die Valler Hexen tanzten
Früher hatte in unserem Dorfe alles
seinen zugewiesenen Platz, bei den
Leuten, wie bei den Tieren. In der
dörflichen Gemeinschaft
wusste jeder, wo er hin-
gehörte. In der Kirche
wussten die Leute genau,
welche Bank für sie reser-
viert war. Sogar im
Himmel war der Platz für die
Valler reserviert. Nicht zuletzt,
hatte man auch einen Tanzboden für die
einheimischen Hexen eingerichtet. Derselbe
befand sich gegenüber dem «rota Bäärg», tief
unten in der Schlucht, auf einer Wiese mit NamenWali.
Einsam war es an diesem Ort, schauerlich und düster. Das
war weit und breit der beliebteste Tanzboden der Valler Hexen. Um ihre
Ehemänner zu täuschen, legten sie ihnen abends einen Besen umgekehrt ins
Ehebett und ritten nachts auf einem Besenstiel durch den Kamin «ds
Chömmi uuf, obna uss und niena a» auf den Hexentanz ins Wali. Unter
Leitung eines Hexenmeisters tanzten sie auf dem Geissmist bis morgens um
fünf. Hie und da, wenn es die Geschäfte erlaubten, fand sich auch der
gehörnte Höllenfürst höchst persönlich zum Tanze ein. So war es in frühe-
ren Zeiten.
Heute werden solche Tanzveranstaltungen, sei es aus Mangel an
Geissmist, sei es, dass die Ehemänner auf ihre Weiber besser aufpassen, oder
aus andern Gründen, nur mehr höchst selten abgehalten.
Ein anderer Tanzplatz für die Hexen befand sich auf einem «Bödeli»
zuoberst im Soldürastutz.