Seite 63 - Valser Geschichten

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gleichen Patron zurück, andern wurde eine Stelle durch die Führerin
vermittelt. Sehr oft blieben die Kinder, solange sie ins Schwabenland
gingen, beim gleichen Herrn. Manchmal verblieben sie auch während
2 bis 3 Jahren dort und besuchten die Schule. Es kam auch vor, dass sie
dauernd im Schwabenland blieben und sich dort verheirateten. Die
Kinder aus unserm Dorfe fanden vornehmlich in der Gegend von
Wangen Arbeit und Verdienst.
Die Arbeit der Knaben war zur Hauptsache das Hüten des Viehs,
Füttern der Schweine, Mithilfe beim Melken. Die Grösseren wurden
zu Erntearbeiten herangezogen und mussten überall einspringen, wo
Not am Manne war. So war ein Josef Rieder bei einem Grossbauern
verdingt. Im Herbst wurde das Korn mit Rossen gedroschen indem die
Tiere über dasselbe hin und her gesprengt wurden. Der Bub musste
mit einem Korb hinter den Rossen herlaufen und darin deren Mist
auffangen, aufdass das Korn nicht verunreinigt würde. Augustin Berni
(dr Toma-Augustin) teilte sich mit der Hausmutter in der Pflege des
Wiegenkindes. Er reichte ihm die Flasche und ging mit ihm aufs Feld
hinaus. Da passierte eines Tages das Unglück, er kippte das Wägeli
samt Inhalt auf die Strasse. Wenn er nicht besser aufpasse, müsse er
wieder «in d Schweiz nei», drohte ihm die erboste Mutter. Im Herbst
Hoobrügga
Kupferstich von Ludwig Hess